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10.08.2005 - E-Mail hilft emotional instabilen Personen, Konfrontationen auszuweichen

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Die Nutzung des Internet hängt von verschiedenen Faktoren wie finanziellen Mitteln, Bildungsstand und Alter der betreffenden Personen ab. Dass auch die Persönlichkeit eine Rolle spielt, erörtern Psychologen aus Chemnitz und Bamberg in einem von ihnen erarbeiteten Band "Internetnutzung und Persönlichkeit". Ein Ergebnis der Untersuchung: emotional instabile Personen gehen vor allem in Konfliktsituationen und bei Meinungsverschiedenheiten der persönlichen Konfrontation aus dem Weg und bevorzugen die E-Mail zur Klärung des Sachverhalts.

Im Gegenzug neigen extrovertierte Menschen eher zum direkten Gespräch, so die Wissenschaftler weiter. In mehreren Kapiteln des Buches wird der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Kommunikation untersucht. Darüber hinaus gibt es Beiträge zu den Themen "Persönlichkeitsmerkmale und Formen der Internetnutzung", "Selbstdarstellung und Persönlichkeit im Internet" sowie "Persönlichkeitsmerkmale und internetbasierte Auswahl von Personal". Auch hierzulande gewinnt die Internetforschung zunehmend an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Deutschen war im vergangenen Jahr online.

Bei der Arbeit an dem Thema ließen sich die Wissenschaftler von der Frage leiten, ob allgemeine Selbstdarstellungsstrategien, die in der Psychologie aus dem Alltag bekannt sind, auch im Internet Anwendungen finden. Diese Frage lässt sich laut Franz Machilek, Mitherausgeber des Buchs, eindeutig mit ja beantworten. Menschen, die online in Erscheinung treten, wollen die gleiche Kompetenz und Sympathie ausstrahlen wie im "realen Leben". Diese Ergebnisse könnten für Unternehmen beispielsweise im Bereich der Personalauswahl per Internet von Bedeutung sein. Sie zeigten, dass Arbeitgeber neben den Resultaten von Online basierten Assessment-Centern auch auf die Persönlichkeitseigenschaften der Teilnehmer achten müssen, so Machilek gegenüber saxxess.com.


Zu den Herausgebern des Buchs gehört auch Professor Doktor Astrid Schütz, die an der TU Chemnitz eine Professur für Differentielle Psychologie und Diagnostik inne hat. Ihr Team von Wissenschaftlern interessiert sich bei seiner Forschungsarbeit vor allem für Fragen der Selbsteinschätzung und Selbstdarstellung von Personen. Angewendet werden die Ergebnisse ihrer Tätigkeit unter anderem im "Zentrum für Coaching und Persönlichkeitsentwicklung".
Der Band "Internet und Persönlichkeit. Differentiell-psychologische und diagnostische Aspekte der Internetnutzung." ist im Hogrefe Verlag erschienen.

(10.08.2005 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)