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16.06.2005 - 100 Tage ALLFA-Ticket - Eine Zwischenbilanz

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Logo des ALLFA-Tickets
Am 7. März startete im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) die Erprobung eines neuartigen elektronischen Ticketsystems: das Projekt "ALLFA". Hundert Tage nach dem Start ziehen die Projektpartner eine positive Zwischenbilanz des international beachteten Versuchs. Die von Forschern des Dresdner Fraunhofer Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme und Siemens VDO im Rahmen des Bundesforschungsprojekts intermobil entwickelte Technologie hat nach einigen Anlaufschwierigkeiten ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt.

Knut Ringat, VVO-Geschäftsführer und Konsortialsprecher intermobil: "Die Vision eines öffentlichen Nahverkehrs ohne tarifliche Zugangshemmnisse, in dem die Fahrgäste einfach einsteigen und losfahren können, ist ein Stück näher gerückt. Im Namen aller Projektpartner möchte ich mich vor allem bei den vielen freiwilligen Testteilnehmern bedanken. Ohne ihr uneigennütziges Engagement könnten wir diese größte ÖPNV-Innovation seit Jahrzehnten nicht entwickeln."

Herzstück des ALLFA-Ticket-Projekts ist die Technologie der automatischen Anwesenheitserfassung. Wie bei Pionierentwicklung nicht anders zu erwarten, waren in der ersten Testphase einige Probleme zu meistern. Auftretende Störungen wurden aber durch Hardware-Anpassungen und Software-Updates schnell behoben. Die ALLFA-Tickets arbeiteten von Beginn an zuverlässig und fehlerfrei. Die GPS-Ortung der Fahrzeuge erforderte einige Nachjustierungen, funktioniert aber inzwischen stabil. Eins der wenigen noch bestehenden Probleme ist der temporäre Ausfall von Bordrechnern, die für die Datenkommunikation zum Hintergrundsystem zuständig sind. Technologische Lösungen dafür werden in den nächsten Tagen installiert. Die Raumerfassungstechnik an sich arbeitet aber sehr gut mit einer Zuverlässigkeit nahe 100 Prozent.

Patrick Almy, Gesamtprojektleiter von Siemens VDO: "Wir haben in den ersten hundert Tagen hart gearbeitet, um das System zu optimieren. Jetzt können wir sagen: Die komplexe Technologie der Anwesenheitserfassung - die höchste Komfortstufe des E-Ticketings - hat ihre Praxistauglichkeit bewiesen." Die Zeit bis zum Ende des Pilotversuchs im August werde genutzt für weitere Systemstabilisierungen.

Auch das von der FhG betreute Fahrgeldmanagementsystem, in dem alle Reisedaten zentral erfasst, zu Fahrten zusammengestellt und für den Kunden aufbereitet werden, funktioniert zuverlässig. Die Kunden nutzen rege die Fahrtanzeigen im Internet, allein im Mai rund tausend Mal. In den kommenden Tagen erhalten die Testteilnehmer erstmalig die Fahrtübersichten auch per Post nach Hause gesandt.


Das Projekt ALLFA-Ticket erfährt in der nationalen und internationalen Fachwelt eine hohe Aufmerksamkeit. Fachleute aus Paris, Hongkong, Moskau und vielen anderen Regionen aus der ganzen Welt haben sich auf vielen Tagungen und Messen über das Dresdner Projekt informiert, zuletzt in der vergangenen Woche auf der UITP-Konferenz in Rom, dem weltweiten Treffen der Nahverkehrsbranche. Nächste Woche präsentiert sich ALLFA auf der Jahrestagung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen in Erfurt.

(16.06.2005 / Quelle: saxxess.com / VVO / Bild: saxxess.com)