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27.05.2005 - Macht die Fussball-WM Leipzig sicherer?

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Luftbild des Leipziger Zentralstadions
Zur Absicherung der Fußballweltmeisterschaft 2006 will die Bundesregierung biometrische Überwachungsmethoden einsetzen. Der von Bundesinnenminister Otto Schilly vorgestellte Sicherheitsplan umfasst unter anderem den Einsatz von Spezialkameras zur Aufzeichung und sofortigem Abgleich biometrischer Gesichtsmerkmale, ein mobiles optisches Fingerabdrucksystem und ein neues digitales Funksystem. Inwieweit Schillys Konzept in Leipzig umgesetzt werden wird, ist aber für die Leipziger Polizeidirektion noch unklar.

"Die Vorschläge des Bundesinnenministers müssen natürlich über die Länder realisiert werden. Wichtig wird sein, dass man, neben der technischen Umsetzung, schnell Einigkeit über die Finanzierung der ehrgeizigen Vorhaben erzielt", Thomas Böhme, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig sieht die Ankündigungen Otto Schillys durchaus positiv und weiß um die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen.

Der Ende Mai vorgestellte Sicherheitsplan sieht unter anderem vor, dass in den Stadien und Innenstädten biometrische Gesichtsmerkmale von anwesenden Personen mit speziellen Kamerasystemen erfasst werden. Mittels Abgleich der Echtzeit-Vidoeaufnahmen mit existierenden Bild-Datenbanken können zeitgleich Gesichter von bekannten Hooligans und anderen Gewalttätern identifiziert und die Sicherheitskräfte vor Ort alarmiert werden.

Zusätzlich sollen mobile optische Fingerabdrucksysteme ("Fast Identification") zum Einsatz kommen. Zum Abgleich der Daten können die Polizeibeamten hier auf die integrierte Datenbank des Mobilsystems oder auf den zentralen Datenbestand von AFIS (Automatisiertes Fingerabdruckidentifizierungs-System) beim Bundeskriminalamt zugreifen.

Zudem sollen in zwei ringförmigen Sicherheitszonen um die Stadien elektronische Einlasskontrollen durchgeführt weden. Einlass zum inneren Ring erhalten nur Fussballfans, auf deren Eintrittskarten sich ein RFID-Chip mit den persönlichen Daten der Besitzer befindet.

Das Highlight der geplanten technologischen Neuerungen ist jedoch der digitale Funk. Vor allem bei diesem Thema zeigt auch Thomas Böhme Begeisterung: "Das geplante moderne digitale Funksystem wird unseren Sicherheits-standart enorm erhöhen. Momentan sind wir in Europa -eingeschlossen der neuen EU-Staaten- eines der wenigen Länder, die noch nicht damit arbeiten können."


Ob in Leipzig jedoch die gesamte Palette der geplanten Sicherheitsmaßnahmen realisiert werden kann, wird sich bis 2006 zeigen. Trotzdem ist die Hoffnung bei Thomas Böhme groß, dass das Ereigniss Fussball-WM 2006 auch im polizeilichen Bereich Dinge möglich macht, auf die Sachsens Polizei sonst vielleicht noch Jahre hätten warten müssen: "Profitieren würde die Arbeit der Leipziger Polizei und gerade die Gewährleistung von Sicherheit längerfristig. Die neuen Technologien werden dann ja sowohl im täglichen Dienst für die Bürger unserer Stadt, als auch bei weiteren Großveranstaltungen der Messestadt zum Einsatz kommen."

(27.05.2005 / Quelle: saxxess.com / Bild: BMI)