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18.05.2005 - Weltneuheit: Navigationskontrollierte Instrumente setzen Grenzen während der Operation

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Mit Navigationsunterstützung können Risiken bei sensiblen Kopf-Operationen vermindern
In einer Kooperation zwischen dem kürzlich an der Universität Leipzig gegründeten Innovationszentrum für Computergestützte Chirurgie (ICCAS) und der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Tim Lüth (Berlin) entstand ein neuartiges navigationskontrolliertes Instrumentarium für den Einsatz im sensiblen Kopfbereich, das nicht nur die Grenzen des operativen Eingriffes festschreibt, sondern deren Überschreitung durch Abschaltung der eingesetzten Geräte verhindert.

Zu Eingriffen an den Nasennebenhöhlen oder dem Felsenbein werden seit Jahrzehnten kraftgetriebene Instrumente verwendet, um die knöchernen Strukturen abzutragen (Resektion) und das Operationsfeld freizulegen. Sie sind mit dem Risiko schwerwiegender Komplikationen wie Verletzung der Hirnhaut, des Auges, des Innenohres oder des Gesichtsnerves verbunden.

Prof. Dr. Tim Lüth und Mitarbeiter entwickelten nun in Kooperation mit dem ICCAS ein System, das den Chirurgen mit Hilfe computergestützter Navigation zwingt, sich nur innerhalb eines bestimmten Spielraumes mit seinen Resektionsinstrumenten zu bewegen. Mittels dieser Informationstechnologie kann die Position der eingesetzten Instrumente und des Patienten ständig erfasst und signalisiert werden. Die Sicherheit der Patienten dürfte dadurch wesentlich erhöht werden; eventuell verkürzen sich dadurch auch die Operationszeiten, weil zügiger gearbeitet werden kann.

"'Der weltweit erstmalige Einsatz eines solchen Instrumentariums wurde möglich durch die Zusammenarbeit von Chirurgen und Ingenieuren", erklärt Prof. Tim Lüth, "Besonders die Kollegen der Leipziger Hals-, Nasen-, Ohren-Universitätsklinik um Dr. Gero Strauß haben das neue System für den Einsatz während der Operation angepasst und erprobt."

Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohren-Universitätsklinik Leipzig und Vorstandsmitglied von ICCAS sieht "die neuartige Form der Kooperation im Bereich der computerassistierten Chirurgie, bei der fundierte technische Problembeschreibungen aus dem OP-Saal geliefert und verarbeitet werden, als Basis für die ersten wissenschaftlichen Erfolge des neuen Zentrums".


Das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) an der Universität Leipzig entwickelt in enger Kooperation der Disziplinen Chirurgie, Informatik und Ingenieurwissenschaften interaktive chirurgische Workflows und Integrationsprofile, die zur Konzeption, Spezifikation, Simulation und dem Design möglicher Prototypen im Bereich Computer Assistierte Chirurgie dienen sollen Mit der Schaffung zweier Nachwuchsforschergruppen an der Schnittstelle von Chirurgie und Informationstechnologie strebt das Zentrum eine Schlüsselposition in der Entwicklung der Chirurgie der Zukunft an.

(18.05.2005 / Quelle: saxxess.com / Universität Leipzig / Bild: Universität Leipzig)