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30.03.2005 - Leipzig lehnt Handyparken ab

Nicht mehr nur zum Telefonieren: Mit dem Handy können in Zukunft auch Parkscheine gelöst werden
Den Städten gibt die Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit, elektronische Systeme zur Zahlung der Parkgebühren zuzulassen. Dazu zählen außer dem Handyparken - Beginn und Ende der Parkzeit werden dabei über das eigene Handy angemeldet - auch elektronische Taschenparkuhren. Auch für die Kommunen bietet der Einsatz moderner Techniken erhebliche Vorteile: zum einen würden die Wartungskosten für Parkuhren und Parkscheinautomaten sinken, zum anderen werde eine gleichmäßigere Ausnutzung der Parkflächen begünstigt. Für Autofahrer werden der Weg zum Parkscheinautomaten oder die Suche nach Kleingeld für die Parkuhr damit überflüssig.
Erste Modellversuche laufen seit Februar im Saarland und in Berlin nach Angaben der Behörden bislang reibungslos. Der Nutzer muss sich zunächst auf der Internet-Seite des Systembetreibers registrieren. Um ein Ticket zu lösen, wählt er dann vor Ort eine gebührenfreie Service-Nummer - genauso beim Verlassen des Parkplatzes. Möglich ist auch eine Meldung per SMS. Die Parkgebühren werden vom Bankkonto eingezogen.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) befürchtet deutliche Eingriffe in den Datenschutz: "Es lässt sich genau zurückverfolgen, wer wann und wo wie lange geparkt hat", kritisiert AvD-Sprecher Johannes Hübner.
Der ADAC, der den Modellversuch im Saarland begleitet, teilt die Kritik nicht. "Endlich schließt Deutschland zu europäischen Nachbarn auf, wo das Handyparken längst Alltag ist", sagt Ronald Winkler, ADAC-Referent für Stadtverkehr. "Die Suche nach Kleingeld erspart man sich genauso wie den Weg zum Automaten."
In Leipzig wird der Autofahrer auf die Vorteile des neuen Services jedoch verzichten müssen. "Der finanzielle Aufwand ist für die Stadt derzeit zu hoch", erläutert Hans-Georg Krämer, Leiter des Tiefbauamtes. Wollte man das Handy-System flächendeckend einführen, müssten 135 Automaten für bis zu 50.000 Euro nachgerüstet werden.
In Dresden könnten dagegen in einem Vierteljahr die ersten Handy-Parkplätze angesteuert werden. "Wir versprechen uns unter anderem sinkende Wartungskosten für Parkuhren und -automaten", sagt Frank Mebus, Vize-Chef des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes.
(30.03.2005 / Quelle: saxxess.com / http://www.bmvbw.de / Bild: saxxess.com)



