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22.03.2005 - Stavropoler Universität ehrt Chemnitzer Professor

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Prof. Lutz, TU Chemnitz erhält Ehrenprofessur der NKSTU
Prof. Dr. Josef Lutz, Professor für Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit an der Technischen Universität Chemnitz und Mitglied des Vorstands des Zentrums für Mikrotechnologien der TU Chemnitz, reist in dieser Woche nach Russland. Ihn erwartet in Stavropol ein freudiges Ereignis: Am 23. März 2005 verleiht ihm die Nordkaukasische Staatliche Technische Universität (NKSTU) den Titel "Ehrenprofessor". Mit dem Titel würdigt die NKSTU den Einsatz von Prof. Lutz für die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen der Mikro- und Nanotechnologie in Deutschland mit der Universität in Stavropol.

Die NKSTU gehört mit 20.000 Studierenden zu den wichtigsten Unis in Russland. Die Universität hat vier Zweigstellen in Städten der Umgebung gebildet, darunter auch im 300 Kilometer entfernten Krisengebiet des Kaukasus. Sie baut derzeit ein internationales Forschungs- und Ausbildungszentrum in Mikro- und Nanotechnologien auf. Dafür sucht die Universität internationale Partner. Die TU Chemnitz, insbesondere das Zentrum für Mikrotechnologien, hat sich in Deutschland angeboten, die Rolle dieses Partners einzunehmen. Die Chemnitzer Universität unterzeichnete mit der NKSTU bereits im Dezember 2004 einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Die Zusammenarbeit sieht den Austausch von Forschungsspezialisten und Studenten sowie gemeinsame Forschungsprojekte vor.

Besonders beeindruckt ist Prof. Lutz davon, dass die Wissenschaftler der NKSTU ihre wissenschaftliche Arbeit als Beitrag zum Aufbau des Vertrauens in der Krisenregion und zur Verständigung und Frieden sehen. In dieser Beziehung engagiert sich auch Prof. Lutz: "Wir Wissenschaftler haben begriffen, dass wir international zusammenarbeiten müssen, dass wir uns respektieren und dass wir voneinander lernen müssen. Es bilden sich Beziehungen und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg. Daher soll auch von unserer Kooperation ein Geist der Zusammenarbeit, des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern ausgehen." In diesem Sinne wird Prof. Lutz auch anlässlich der Verleihung der Ehrenprofessur in Stavropol sprechen.


Josef Lutz wurde 1954 in Ellwangen/Jagst in Baden-Württemberg geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er studierte er an der Universität Stuttgart Physik. Bei dem Unternehmen Semikron Elektronik, Nürnberg, arbeitete er von 1983 bis 2001 in der Entwicklung von Bauelementen der Leistungselektronik. Sein Spezialgebiet wurden die schnellen Dioden. Er konnte als einer der ersten das Problem des sanften Schaltens von schnellen Dioden ("soft recovery") lösen und seinem Unternehmen einen beträchtlichen Konkurrenzvorteil verschaffen. Er führte die Controlled Axial Lifetime (CAL) Diode ein, hält eine Reihe Patente auf dem Gebiet schneller Dioden und ist Autor von 73 Fachartikeln und Konferenzbeiträgen. 1999 promovierte er mit einer externen Doktorarbeit an der Universität Ilmenau.

Im August 2001 wurde er Professor für Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit an der TU Chemnitz. Er ist Mitglied in mehren internationalen Fachgremien: Im "International Steering Committee" der EPE, im Fachbeirat der PCIM und im Programmkomitee der ISPS. Bei der im September 2005 in Dresden stattfindenden EPE-Fachkonferenz, zu der mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet werden, ist er verantwortlich für das Fachgebiet der Leistungsbauelemente (Power Devices).

Seine Forschungsarbeit zu den Leistungsbauelementen konzentriert sich auf das Gebiet der Zuverlässigkeit und Robustheit. Weiterhin engagiert er sich an der TU besonders für die Einrichtung eines Forschungsschwerpunkts "Nachhaltige und regenerative Energiesysteme", der fächerübergreifend in Zusammenarbeit mit anderen Professuren und Fakultäten durchgeführt werden soll. Prof. Lutz beschäftigt sich zudem mit ethischen Fragen der Wissenschaft.

(22.03.2005 / Quelle: TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)