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08.03.2005 - Ende des Kabelsalates in Wohnzimmern rückt dank "Pulsers" in greifbare Nähe

Logo des Projektes "Pulsers"
PULSERS - Pervasive Ultra-wideband Low Spectral Energy Radio Systems - soll die Technologien der drahtlosen Informationsübermittlung mittels ULTRABREITBAND-Funktechnologie revolutionieren. Ziel ist es dabei, den Kabelsalat aus Wohnzimmern und Büros zu verbannen und großflächige, schnelle Sensornetze möglich zu machen.
Dabei ist das Prinzip keineswegs neu: schon vor 100 Jahren gelang es dem Italiener Marconi erstmals drahtlos ein Signal über den Nordatlantik zu schicken. Wiederentdeckt wurde die Ultrabreitbandtechnologie aus Frequentznöten. Denn mittlerweile sind alle Funk-Bänder besetzt, so dass Ultrabreitband eine attraktive und lizenfreie Frequenzreserve stellt.
Vor einem Jahr aus der Taufe gehoben, stellte "Pulsers" bei einer Präsentation Ende vergangener Woche in Genf nun die ersten Ergebnisse vor. So konnten die Forscher dem Gutachter-Team der Europäischen Kommission aufzeigen, dass sich die Funksignale nicht mit anderen drahtlosen Übertragungssystemen wie Wireless LAN (drahtlose lokale Netzwerke) oder mit dem Mobilfunk schneiden, sondern "friedlich koexistieren". "Die Systeme können zur selben Zeit im selben Raum arbeiten", erläutert Sven Zeisberg, Projektkoordinator von der GTW. So soll die neue Technologie die anderen Systeme nicht ersetzen, sondern dort anknüpfen, wo diese an ihre Grenzen stoßen.
Das System zeichnet sich vor allem auf kurzen Distanzen durch eine hohe Flexibilität, eine sehr hohe maximale Datenübertragungsrate (mehr als 100 Megabit pro Sekunde), den geringen Energieverbrauch und die Möglichkeit einer sehr genauen Positionsbestimmung, auch in geschlossenen Gebäuden, aus. Zwar hat zum Beispiel WLAN Reichweiten von bis zu 300 Metern, dafür kommt diese Technologie nicht an die hohe Datenübertragungsrate der UWB-Technik heran. Die wird damit erkauft, dass Sender und Empfänger nicht weiter drei bis zehn Meter entfernt sein dürfen.
Mit dem Forschungsprokjekt "Pulsers" dirigiert die GTW einen heranwachsenden Riesen: Für Europa rechnen Marktstudien schon in vier Jahren mit 157 Millionen Geräten bei Heimelektronik, PCs und Mobilfunk, die mit der neuen UWB-Technologie ausgerüstet sein werden, weltweit könnten es sogar 543 Millionen sein. Laut einer britischen Studie werden Ultrabreitband-Anwendungen in den kommenden 15 Jahren allein Großbritannien einen wirtschaftlichen Nutzen von schätzungsweise rund sechs Milliarden Euro bringen. Die neuartigen Chips werden sich nicht nur in PCs, Fernsehern und DVD-Playern, sondern auch in Armbanduhren, Handys oder Kühlschränken finden und Anwendungsmöglichkeiten eröffnen, an die heute vielleicht noch gar niemand denkt.
Das Forschungsvorhaben "Pulsers" ist 2004 gestartet, läuft in drei Zweijahresphasen und wird voraussichtlich 2009 abgeschlossen werden.
(08.03.2005 / Quelle: TU Chemnitz / Bild: GWT)



