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04.03.2005 - Kinowelt GmbH sichert sich ein "Million Dollar Baby" und übernimmt DVD-Rechte an Kirchs Filmbibliothek

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Michael Kölmel, Gründer der Kinowelt GmbH
Knapp drei Jahre nach der Pleite ist Gründer Michael Kölmel mit seinem nun in Leipzig ansässigen Medienunternehmen Kinowelt GmbH wieder gut im Geschäft. Mit dem Erwerb der deutschen und österreichischen Kino- und DVD-Rechte am Oscar-Abräumer "Million Dollar Baby" und dem Kauf sämtlicher DVD-Rechte an der Filmbibliothek aus der Kirch-Insolvenzmasse, bewies Kölmel nicht nur ein sicheres Händchen - auch seine Bilanz kann sich sehen lassen.

"Der Filmkauf ist das riskanteste, aber strategisch wichtigste Feld", sagt Kölmel. Je erfolgreicher ein Film im Kino läuft, desto mehr Einnahmen erlangt ein Unternehmen an den TV- und DVD-Rechten. Kölmel, der über die Vermarktung von Filmrechten den Umsatz in diesem Jahr um ein Fünftel auf 56 Millionen Euro steigern will, setzte auf den Clint-Eastwood-Film "Million Dollar Baby". Dieser Film, der vor wenigen Tagen mit mehreren Oscars ausgezeichnet worden war, gehört zu einem kürzlich erworbenen Spielfilm-Paket. Der Preis für den Film liegt im einstelligen Millionenbereich.

Aus der Insolvenzmasse des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums hat das Unternehmen zudem sämtliche DVD-Rechte der Kirch-Filmbibliothek bis einschließlich 2012 gekauft. Zu diesem Paket, über dessen Preis Stillschweigen vereinbart wurde, gehören rund 5.500 Spielfilme und TV-Serien, darunter Dauerrenner wie "Die Feuerzangenbowle", "Sissi" und "Lili Marleen".

Im ersten vollen Geschäftsjahr 2004 beliefen sich die Umsätze der neuen Kinowelt-Gruppe auf 47 Mio. (Vorjahr: 39 Mio) Euro. Gut 80 Prozent davon kommen aus dem DVD-Geschäft. Zum erwarteten Gewinn wurden jedoch keine Angaben gemacht - das Unternehmen arbeite aber profitabel, hieß es. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 90 auf rund 115 erhöht werden.

Der Erwerb der Spielfilm-Pakete sowie eines Katalogs für Musik- und Kunstprogramme seien aus dem laufenden Geschäft finanziert worden, sagte Kölmel und erklärte zugleich sein Interesse an einer Übernahme des insolventen Berliner Filmunternehmens Senator. Die Verhandlungen darüber liefen bereits seit einem Jahr, wegen nach wie vor großer Differenzen über den Preise rechne er aber nicht mit einem raschen Abschluss.


Kölmel belebte die Kinowelt GmbH nach einer Insolvenz im Mai 2002 mit Hilfe eines Kredits der Sparkasse Leipzig neu und verlegte 2003 den Unternehmensitz nach Leipzig. Derzeit verleihen ca. 90 Mitarbeiter rund 8.500 Filme mit einem Umsatz von 47 Mio. Euro. Kölmel war im vergangenen Jahr wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungs- und einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein Revisionsverfahren läuft jedoch.

(04.03.2005 / Quelle: saxxess.com / Bild: Kinowelt GmbH)