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04.03.2005 - Älteste Bibelabschrift wird im Internet präsentiert

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Codex Sinaiticus wird durch Digitalisierung bald im Internet zu betrachten sein
Die Fragmente einer der ältesten Bibeln der Welt sollen virtuell wieder zusammengesetzt werden. Die Teile des Codex Sinaiticus, die sich in Ägypten, Rußland, Großbritannien und Deutschland befinden, sollen digitalisiert und im Internet verfügbar gemacht werden, teilte die Universitätsbibliothek Leipzig gestern mit.

An dem Projekt sind neben der Uni Leipzig auch das St. Katharinen-Kloster auf der Halbinsel Sinai, die Russische Nationalbibliothek St. Petersburg und die British Library London beteiligt. Der Codex Sinaiticus in griechischer Sprache ist ein ägyptisches Bibel-Manuskript aus dem 4. Jahrhundert. Der Kodex enthält große Teile des Alten und ein vollständiges Neues Testament und gilt neben dem Codex Vaticanus als älteste erhaltene Abschrift der Bibel.

Alle Teile des Codex sollen künftig sowohl der internationalen Wissenschaftsgemeinde als auch der interessierten Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden. Weiter sollen die Fragmente wissenschaftlich erschlossen und im Internet präsentiert werden. Zusätzlich sind eine gedruckte Faksimileausgabe und eine digitale Edition auf DVD vorgesehen.

Bei der Abschrift handelt es sich um eine griechische Pergament-Handschrift aus dem 4. Jahrhundert. Über viele Jahrhunderte befand sie sich im Alleinbesitz des St. Katherinen Klosters auf der Halbinsel Sinai. Im Jahr 1844 wurden Fragmente des Codex (43 Blätter auf Pergament) vom deutschen Theologen und Orientforscher Constantin von Tischendorf nach Deutschland gebracht, wo man sie seitdem in der Universitätsbibliothek aufbewahrt. Am 7. Februar 1859 fand von Tischendorf weitere Fragmente des Kodex  im Katharinenkloster und übereignete sie dem Zaren Alexander II. für die Russische Nationalbibliothek in St. Petersburg.
1933 verkaufte die sowjetische Regierung die spätantike Bibelüberlieferung an das British Museum in London. Von dort gingen sie an die British Library. 100.000 Pfund hatten die britische Regierung und private Institutionen für die spektakuläre Transaktion aufgebracht. Die Bibelhandschrift befindet sich noch heute in der British Library (Add. Ms. 43 725) und ist dort ausgestellt. 12 weitere Fragmente wurden schließlich 1975 im St. Katharinen Kloster aufgefunden.
Durch die Digitalisierung ist das historische Dokument erstmals seit vielen Jahrhunderten wieder vollständig und als ganzes zu betrachten.

(04.03.2005 / Quelle: saxxess.com / Bild: UB Uni Leipzig)