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"Software On Demand" auf dem Vormarsch: SAP stellt "On Demand"-Erweiterung seiner CRM-Software vor
Die Lösung soll große Unternehmen und Firmen im gehobenen Mittelstand helfen, Vertrieb, Marketing und Kundenservice auf Basis einer bedienerfreundlichen Anwendung via Internet organisieren.
Dabei wird die Software als Service im Hosting-Verfahren und im Rahmen einer mietbasierten Lizenzierung angeboten. Hosting-Partner dabei ist IBM. Weitere Entwicklungen wie Sprachpakete aber auch On-Demand-Programmkomponenten sind bereits angekündigt.
Diese Konzeption der CRM-Software, von SAP hybrid genannt, will dabei in einer Verbindung aus lokalem Softwarebetrieb und zentral gehosteten Komponenten die Vorteile beider Varianten miteinander verbinden.
Damit geht SAP zumindest den ersten Schritt in einen Markt, dem bereits seit Jahren ein gewaltiges Potenzial zugeschrieben wird: Mit "Software On Demand" bekam ein Kind in den letzten Jahren einen neuen Namen, dass bereits zu Anfangszeiten des Internets als "Applikation Service Providing" aus der Taufe gehoben wurde. Dahinter stecken, damals wie heute, sowohl entwicklungs- als auch marketingtechnische Überlegungen.
"Software on Demand"
In der reinen Definition von "Software On Demand" erhält der Kunde über öffentliche Netze Zugriff auf zentrale, Server-basierende, vorkonfigurierte Anwendungen. Der Softwareanbieter bzw. Dienstleister betreibt die Software zentral und organisiert die gesamte Administration wie Updates, Patches oder auch Backups. Der Zugriff auf die Software erfolgt Web-basiert - lokal zu installierende Programmkomponenten, Clients ausgenommen, entfallen.
Die Entgelte für "Software On Demand" folgen nicht den Lizensierungsmodellen konventioneller Software, sondern orientieren sich an Nutzungsdauer, -umfang und Anzahl der Nutzer. Daher der oftmals gebrauchte aber kaum handlichere Begriff Mietsoftware.
Problematisch beurteilt wird die bisweilen nicht vollständige Integration von "Software On Demand"-Lösungen in bestehende (Software-)Infrastrukturen bzw. die mangelnde Anpassungsfähigkeit an unternehmensspezifische Bedürfnisse, zusammengefasst unter dem Begriff Customizing.
Als zentrale Vorteile gelten der eminent geringere IT-Aufwand im eigenen Haus, kürze Implementierungszeiten, der globale Zugriff, flexiblere (weil auch schneller kündbare) Vertragsgestaltung vor allem aber die Einsparpotenziale bzw. eine optimierte Kosten-Nutzen-Struktur. Mitunter kann der Einsatz von "On Demand"-Software aber auch teurer sein, als der von konventioneller Software. Eine Studie eines unabhängiger Anbieters für Markt- und Wettbewerbsinformationen in den Technologiemärkten, die Soreon Research in Kreuzlingen, kam im bereits im Frühjahr 2004 zu dem Schluss, dass sowohl der Typus der Software als auch die Größe des Unternehmens die Amortisation von "Software On Demand" ganz erheblich beeinflussen. CRM-Systeme und Finanzbuchhaltung bieten sich für den Einsatz wesentlich stärker an, als Office-Software. Wohl einer der Hauptgründe für das Engagement von SAP in einem nicht gerade konkurrenzarmen Markt. Salesforce und Siebel beispielsweise bieten schon längere Zeit CRM-Lösungen "On Demand" an.
Beide SAP-Konkurrenten bemühen sich besonders um mittelständische Unternehmen, bei denen sich der Einsatz von "On Demand"-Lösungen stärker rentiert. Im Masseneinsatz in großen Unternehmen ist die Softwareinstallation vor Ort in der Regel die günstigere Variante.
Mit der Einführung seines hybriden Systems musste SAP in den ersten beiden Wochen nach Vorstellung vor allem in der Presse zum Teil harsche Kritik einstecken. Die mangelnde Konsequenz in der Umsetzung des "On Demand"-Gedankens stand dabei im Mittelpunkt. Andere Unternehmen bieten Software-Lösungen, die sich wesentlich stärker an den Charakteristika von "On Demand" orientieren. Die Qualität einer Lösung, mehr noch der Nutzen einer Software für ein Unternehmen lässt sich damit freilich nicht beurteilen, genauso wenig wie mit einer Gegenüberstellung von "Software On Demand" und konventioneller Software.
Fokus auf den Einsatzzweck
Fern der Diskussion um den Stellenwert von "On-Demand"-Software im Gesamtmarkt, werden zunehmend hoch spezialisierte dezentrale Softwarelösungen entwickelt, die zwar nicht der reinen Definition von "Software On Demand" entsprechen, aber dafür deren spezifische Vorteile aufweisen. Ein Paradebeispiel hierfür ist "Anna", eine Softwarelösung des Leipziger Software- und Systemhauses itCampus. "Anna" ermöglicht die synchrone Zusammenarbeit und Interaktion verschiedenster Clients in Web-basierten Anwendungen, das so genannte "Collaborative Browsing" - ohne die Notwendigkeit einer zusätzlichen clientseitigen Softwareinstallation. Ihren Charakter und ihre Ausgestaltung bekommt diese Software aber eben nicht durch ein Marketing-taugliches Label "On Demand", sondern durch ihren besonderen Einsatzzweck: Web-basiert - unkompliziert - hoher spezifischer Nutzen!
In dieser oder ähnlicher Form sind bereits viele Software-Lösungen auf dem Markt, welche die Spezifika von "Software On Demand" für einen besonderen Einsatzzweck oder einen elementaren Mehrwert nutzen, vielleicht nur eine weitere Option zum In-House-Betrieb bieten, ohne letztlich mit dem Label "Software On Demand" zu hausieren.
Das muss auch in Zukunft das entscheidende Argument für "Software On Demand" sein: nicht die neuen Möglichkeiten der Lizenzierung, nicht neues Alleinstellungsmerkmal im Kampf um Marktanteile, sondern Optimierung der Software auf ihren Einsatzzweck und Nutzen.
Was dem Stellenwert von "Software On Demand" auf keinen Fall nutzen dürfte, ist dessen inflationärer Gebrauch. Kein Mensch hindert einen Software Distributor, der seine Produkte eben auch zum Download anbietet, sich selbst mit dem Label "Software On Demand" auszustatten: Das Internet ist voll davon.
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