Best Practice
Von der Forschung in die Praxis: Elektronische Schaltungen im Massendruck

Die Unternehmensleitung von printed systems: Geschäftsführer Technologie Arved C. Hübler und Geschäftsführer Finanzen Olaf Gierhake

Aufdruck elektronischer Strukturen auf Papier

active print-Eintrittskarten, produziert von printed systems, eingesetzt auf der Messe Chemnitz
Ein beliebtes Beispiel ist das intelligente Supermarkt-Regal, das seinen Bestand etwa an Joghurtbechern kontrolliert und fehlende Waren automatisch nachbestellt. Auch bei elektronischen Zugangssystemen - egal ob in der Bücherei, in der U-Bahn oder beim Konzert, setzen wir zukünftig alles auf eine Karte. Sogar unser Geld soll - dank elektronischer Markierungen - sicherer werden.
Dem breiten Einsatz solcher elektronischer Schaltungen stand bisher ein wirtschaftliches Grundproblem gegenüber: Silizium-Chips sind aufwändig und teuer in der Produktion. Den Vorteilen - sowohl für den Handel, den Dienstleister als auch den Kunden - stehen immense Kosten im Masseneinsatz gegenüber.
Ein kostengünstiges Produktionsverfahren für einfache, in großen Stückzahlen benötigte Elektronikbauteile zu entwickeln, ist deshalb das erklärte Ziel der Wissenschaftler am Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz. Die Produktion der Schaltungen soll wesentlich schneller und billiger werden als bei herkömmlicher Silizium-Technologie.
Im Herbst 2005 war es dann so weit: Die TU Chemnitz präsentierte gemeinsam mit den Industriepartnern printed systems, BASF und Lucent Technologies die weltweit erste elektronische Schaltung, die mit den Massendruckverfahren Offsetdruck, Tiefdruck und Flexodruck hergestellt werden konnte - ein Ringoszillator aus Funktionspolymeren, dessen Herstellung zwischen 10.000 und 100.000 Mal schneller und erheblich billiger als die Chip-Produktion auf Silizium-Basis ist. Das Ende dieser Entwicklung ist aber noch lange nicht erreicht.
()
| printed systems GmbH | www.printed-systems.de |
|---|---|
| Gegründet: 2003 | |
| Mitarbeiter: 12 | |
| Geschäftsfeld: Elektronische Schaltungen im Massendruckverfahren | |
| Die printed systems GmbH ist das weltweit erste Unternehmen, das elektronische Strukturen vollständig im Massendruckverfahren herstellt. Dieses Verfahren ermöglicht Produkte und erschließt Märkte, die aus technischen und wirtschaftlichen Gründen für die Siliziumelektronik nicht zugänglich sind. Zu den Industriepartnern gehören neben weltweit operierenden Unternehmen wie BASF oder Lucent Technologies auch zahlreiche regionale Unternehmen. Wissenschaftliche Kooperationen bestehen vor allem mit dem Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz sowie dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration. |
|
| printed systems GmbH Technologie Centrum Chemnitz Annaberger Straße 240, 09125 Chemnitz |
Telefon: 0371 53477-20 Telefax: 0371 53477-21 |
| Technische Universität Chemnitz | www.tu-chemnitz.de |
|---|---|
| Gegründet: 1836 | |
| Mitarbeiter: ca. 1.600 | |
| Die TU Chemnitz bietet heute sehr gute Bedingungen für ein zügiges Studium und eine exzellente Forschung. Sie bietet 10.000 Studierenden ein breites Fächerspektrum. Dabei hat sich die Zahl der eingeschriebenen Studentinnen und Studenten seit 1995 verdoppelt. Mit mehr als 1.600 Mitarbeitern gehört die TU weiterhin zu den größten Arbeitgebern der Region. Die ingenieurtechnische Ausbildung an der Chemnitzer Alma Mater hat eine mehr als 160jährige Tradition: Bereits im Jahr 1836 wurde die "Königliche Gewerbschule Chemnitz" gegründet. Zahlreiche bahnbrechende und praxisorientierte Entwicklungen wie die in einem Massendruckverfahren hergestellten Schaltkreise stammen aus der Uni. | |
| Technische Universität Chemnitz Straße der Nationen 62, 09111 Chemnitz |
Telefon: 0371 531-0 Telefax: 0371 531-1684/-1342 |



