Technologien


Mobilfunk - (k)eine sichere Technologie?

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Handys - und damit Mobilfunk - sind heute aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Ob beruflich oder privat - derzeit telefonieren über 70 Millionen Menschen mit dem Handy. Auch für die Kommunen ist eine leistungsfähige Mobilfunkinfrastruktur ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch gerät Mobilfunk immer wieder in die Kritik und wirft Fragen auf: Wie sicher ist Mobilfunk? Geht von Sendemasten eine Gefahr aus? Und ist die Technologie überhaupt ausreichend erforscht? Von Peggy Hoy

Tatsächlich unterliegt der Aufbau des Mobilfunknetzes strengen Regelungen, die die Sicherheit der Menschen gewährleisten. Plant ein Netzbetreiber eine Mobilfunkanlage, ist er verpflichtet, eine so genannte Standortbescheinigung bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) einzuholen. In dieser Standortbescheinigung legt die RegTP fest, wie groß der Sicherheitsabstand um die Antenne herum sein muss, damit die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Die Abstände liegen an Wohngebäuden etwa bei 3 bis 5 Metern vor und bei ca. 0,5 bis 1 Meter unterhalb der Antenne.

Die in Deutschland geltenden Grenzwerte wurden Anfang 1997 in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (26. BImSchV) festgelegt. Eine wichtige Grundlage der Verordnung stellen die 1996 gegebenen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Begrenzung von elektromagnetischen Feldern beim Betrieb von Hochfrequenzanlagen dar. Die Einhaltung der Grenzwerte sowie die Sicherstellung des Personenschutzes bei empfindlichen Personen wie Kindern, Menschen mit Herzschrittmachern, Kranken und älteren Menschen regelt seit August 2002 die "Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV)". Um der gesundheitlichen Vorsorge Rechnung zu tragen, liegen die Grenzwerte 50-fach unterhalb der biologisch unbedenklichen Wirkungsschwelle. Die meisten Mobilfunkanlagen liegen dann in ihrer Intensität sogar nur bei Hundertsteln oder Tausendsteln des Grenzwertes, so dass die gesetzlichen Bestimmungen weit unterschritten werden. Die RegTP führt unabhängige und unangekündigte Messungen durch, deren Ergebnisse die geringe Intensität in der Regel bestätigen. Auf ihrer Internetseite stellt die RegTP alle Mobilfunkstandorte in Deutschland grafisch dar, benennt die auf Grundlage der Grenzwerte berechneten Sicherheitsabstände und zeigt Ergebnisse stattgefundener Messungen.

Unumstritten ist, dass die elektromagnetischen Wellen, wie sie beim Mobilfunk erzeugt werden, vom menschlichen Körper teilweise absorbiert und in Wärme umgewandelt werden. Einzelne Wissenschaftler stellen aber auch die Frage nach Gesundheitsgefährdungen durch so genannte "nicht-thermische" Effekte, die sich nicht durch die Erwärmung des Gewebes erklären lassen. Die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf die Gesundheit werden mittlerweile jedoch seit Jahrzehnten durch wissenschaftliche Gremien und Institute wie u.a. die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht ionisierenden Strahlen (ICNIRP) untersucht. Trotz mehrerer Tausend Arbeiten konnte kein wissenschaftlicher Nachweis für die Auswirkung von elektromagnetischen Feldern auf die Gesundheit erbracht werden. Auch die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK) kam 2001 nach Auswertung aller neuen Arbeiten seit 1998 zu der Feststellung: "Das bestehende Schutzkonzept ist geeignet und flexibel genug, um vor den im Alltag vorkommenden Expositionen zu schützen." Das heißt, nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist Mobilfunk eine sichere Technologie.

Dennoch stellen viele Menschen aus Angst vor eventueller Beeinträchtigung immer wieder die Frage, warum es notwenig ist, die Mobilfunkstation so nah wie möglich an der Bevölkerung zu bauen. Um mit dem Handy telefonieren zu können, ist ein Mobilfunknetz erforderlich, das aus vielen Funkzellen besteht, in deren Mitte sich die Antenne befindet. Von der Antenne aus werden die elektromagnetischen Wellen in eine bestimmte Richtung ausgesendet. Ähnlich wie bei einem Leuchtturm die Lichtintensität nimmt die Stärke der elektromagnetischen Felder mit zunehmender Entfernung sehr rasch ab. Die Sendeleistung einer Mobilfunkantenne (innerorts etwa zwischen 10 und 30 Watt) liegt in der Regel aber nur bei einem Bruchteil der maximal möglichen Leistung, denn sie passt sich der Entfernung zwischen Antenne und Handy an. Das heißt, je geringer die Entfernung der Mobilfunkstation zum Handy ist, umso geringere Leistung wird benötigt. Die Antennen müssen also da hin, wo die Menschen am meisten telefonieren, um eine gute Verbindung bei geringer Sendeleistung zu ermöglichen.

Weitergehende Informationen im Internet finden Sie unter:

Informationszentrum Mobilfunk
Bundesamt für Strahlenschutz
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
öffentliche Standortdatenbank der Regulierungsbehörde
Informationsplattform der Bundesregierung

( / Quelle: )

 

 


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