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12.09.2008 - Ein T-Shirt erobert die Welt

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Screenshot des T-Shirt-Designers
Screenshot des T-Shirt-Designers
Die Spreadshirt-Produktionshalle in Leipzig-Plagwitz
Die Spreadshirt-Produktionshalle in Leipzig-Plagwitz
Nett verpackt wird das T-Shirt als Geschenk versendet
Nett verpackt wird das T-Shirt als Geschenk versendet
Beim Stichwort "Internetunternehmen" denkt man gewöhnlich wohl eher nicht an Handarbeit. Doch gerade das ist es, was das Geschäftsmodell von Spreadshirt ausmacht - neben den vielen kreativen Ideen, die auf Textilien verewigt werden. Bereits seit 2002 produziert und vertreibt die in Leipzig gegründete Online-Plattform personalisierte Kleidung unterschiedlichster Couleur wie T-Shirts, Jacken, Taschen und selbst Unterwäsche. Während sich der Kunde als Designer versucht und online ein T-Shirt mit dem Aufdruck seiner Wahl kreiert, kümmert sich Spreadshirt darum, dass das Motiv auf das entsprechende Shirt gedruckt, termingerecht versendet und abgerechnet wird.

Das Prinzip dahinter ist simpel: Auf eine bereits bestehende Website wird das Online-Shopsystem eingebunden. Die Shopsoftware kommt dabei von Spreadshirt. In diesem virtuellen Laden können nun Webseitenbesucher beispielsweise T-Shirts mit verschiedensten Motiven, Signets und Schriftzügen bestellen. Ob Motorradclub, Designerschmiede oder Kaffebohnen-Dynastie - weltweit gibt es derzeit mehr als 500.000 kommerzielle und nichtkommerzielle Onlineshops.

"Von diesen Onlineshops befinden sich allein 300.000 in Europa. Die restlichen 200.000 verteilen sich auf den Raum Nordamerika", weiß Spreadshirt-Sprecherin Eike Sievert. Dabei kann das Online-Shopsystem in bis zu elf Sprachen auf der entsprechenden Webseite eingebunden werden. Das Eröffnen eines virtuellen Shops dauert nur wenige Minuten. "Wer ohne eigenen Shop designen möchte, kann seine Motive auch auf dem so genannten Spreadshirt-Marktplatz anbieten", so Sievert weiter.

Die Einführung des "Motive-Marktplatzes" im vergangenen Jahr war, wie auch die Entwicklung des "T-Shirt-Designers" kurz nach dem Launch der Webseite 2002, ein wichtiger Meilenstein für Spreadshirt. Mit Hilfe von speziellen Werkzeugen kann man im Designer sein T-Shirt mit eigenen Texten und Bildern gestalten. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Solange nicht gegen das Copyright oder andere Gesetze verstoßen wird. Beispielsweise ist das Abbilden von Personen des aktuellen Zeitgeschehens ohne deren Erlaubnis nicht möglich. Zwar avanciert so mancher T-Shirt-Träger zum wandelnden Medium, trotzdem kann er sich nicht auf das Presserecht berufen. So sorgte im vergangenen Jahr das von einem Shoppartner entwickelte Motiv der "Schäublone" auch intern für heftige Diskussionen. Zündstoff war hierbei das schablonenhaft dargestellte Konterfei des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble mit der Bildunterschrift "Stasi 2.0". Entgegen einer Empfehlung aus der Rechtsabteilung setzte sich Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski im Sinne der Satirefreiheit persönlich für das Motiv ein.

Eine Möglichkeit zum Austauschen und Diskutieren finden Shoppartner im Spreadshirt-Forum. Seit 2006 informiert auch ein Spreadshirt-Blog beispielsweise über Neuigkeiten aus der Spreadshirt-Zentrale und über Themen rund ums Shirt. Mittlerweile gibt es bereits acht länderspezifische Blogs. Tüftler, die ihren ganz spezifischen Shop gestalten möchten, sollen sich zukünftig auf einer speziellen Entwicklerplattform über Spreadshirt-Applikationen noch besser informieren und auch eigene Entwicklungen präsentieren können.

Gleich mehrere tausend T-Shirts täglich bedruckt das Unternehmen in seinen drei Produktionsstätten. Neben Leipzig wird außerdem noch im US-amerikanischen Greensburg (Pennsylvania) und dem polnischen Legnica produziert. Erst im Mai dieses Jahres verlagerte Spreadshirt seine deutsche Produktion von Taucha nach Leipzig-Plagwitz. Noch im September wird die Spreadshirt-Zentrale, die momentan im Technologiezentrum GaraGe sitzt, ebenfalls in den komplett sanierten Industriehallenkomplex einziehen. Auf einer Fläche von über 3.500 Quadratmetern sind dann Produktion und Verwaltung unter einem Dach vereint. Der neue Standort bietet außerdem genug Platz für ein eigenes Labor, in dem die Qualität neuer Produkte und Druckarten vor der Markteinführung getestet wird. Aufgrund der offenen Architektur können die Mitarbeiter von ihren neuen Büros aus den gesamten Produktionsprozess verfolgen.

Und hier ist Handarbeit angesagt. Zunächst werden, nach Farben sortiert, die verschiedenen Motive gesammelt. Ein Plotter schneidet die Konturen der Motive auf Folien aus. Bis zu drei Farben, also drei Folien, können dabei auf das Material aufgebracht werden. Währenddessen werden im benachbarten Lager die georderten Textilien herausgesucht. Vor dem anschließenden Prägevorgang wird noch einmal gecheckt, ob "Textilrohling" und Motiv wirklich zusammengehören. Mit Druck und Hitze wird nun die Folie auf den Stoff gepresst. Nach der abschließenden Qualitätskontrolle wird das Shirt verpackt und versendet. Alles in allem wandert ein T-Shirt durch 18 Hände, bis es fertig bedruckt ist. Natürlich werden neben dem Plottdruck noch andere Druckarten wie Digital- und Offsetdruck eingesetzt.

Zu den absoluten Verkaufsschlagern gehörte in der letzten Weihnachtssaison eine Kochschürze. "Derzeit entwickelt sich ein T-Shirt speziell für kleine Hunde zum Publikumsliebling", schmunzelt die Pressesprecherin. Generell gehe die Tendenz hin zu textlastigen Textilien. Beim Thema Farben sind die deutschen Spreadshirt-Kunden eher zurückhaltend. So überwiegen bei mehr als 50 Prozent der Bestellungen weiße oder schwarze T-Shirts. Ebenfalls sehr beliebte Farben sind Rot und Navy. Dagegen sei im europäischen Vergleich der Hang der Franzosen zu sehr wilden Farbkombinationen auffällig.

So jung wie die Mannschaft bei Spreadshirt ist - der Altersdurchschnitt liegt bei 29,5 Jahren -, so jung sind auch die Kunden. "Die Hälfte unserer Kunden sind zwischen 25 und 35 Jahren. Dabei sind es tendenziell ein wenig mehr Männer, die bei uns einkaufen", führt Sievert weiter aus.

Für die Zukunft plant das Unternehmen, noch stärker themen- und zielgruppenbezogen zu agieren. "Doch oberstes Ziel ist es, in Europa und den USA der Marktführer im Bereich kreativer Bekleidung zu sein", sagt Eike Sievert.

(12.09.2008 / Quelle: saxxess.com / sprd.net AG / Bilder: saxxess.com)

sprd.net AG  www.spreadshirt.net
Gegründet: 2002
Mitarbeiter: 250
Geschäftsfeld: personalisierte Kleidung
Spreadshirt vertreibt und bedruckt circa 80 Produkte - wie T-Shirts, Jacken, Taschen und Sweatshirts.
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