Studien


11.09.2008 - Schlechtes Image: der Informatiker als Eigenbrödler

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Die IT-Branche - wirklich so wenig erstrebenswert?
Die IT-Branche - wirklich so wenig erstrebenswert?
Dass für Jugendliche und Berufseinsteiger zwischen 14 und 29 Jahren eine Karriere in der IT-Branche nur wenig erstrebenswert ist, ergab eine repräsentative Studie des IT-Dienstleisters Computacenter. Gemeinsam mit TNS Emnid untersuchte das Unternehmen deren Einstellung zu Berufen im ITK-Umfeld. Die sogenannte "Generation Digital" ist zwar täglich in Online Communitys wie StudiVZ oder SchülerVZ unterwegs, kann technische Geräte intuitiv und ohne Bedienungsanleitung bedienen, einen Job im IT-Umfeld ergreift sie jedoch nur in den wenigsten Fällen, so die Studie.

30 Prozent der Befragten könnten sich zwar vorstellen, einen informationstechnischen Beruf zu ergreifen. Von dieser Gruppe hält jedoch nur jeder Fünfte die IT-Branche für ein attraktives Berufsfeld. Die Ergebnisse würden zeigen, dass die Jugendlichen dieser Branche zwar durchaus positive Attribute in puncto Karrieremöglichkeiten zuordnen, jedoch zu wenig über die konkreten Berufsbilder und mögliche Ausbildungs- und Karrierewege wissen. Dies führe in vielen Fällen zu Fehleinschätzungen hinsichtlich der Anforderungen von IT-Berufen und einem nicht mehr zeitgemäßem Image der gesamten Branche, so Computacenter.

So glauben 80 Prozent der Befragten, dass Beschäftigte im IT-Bereich Freude an ihrer Tätigkeit haben. 74 Prozent sind der Meinung, dass der Beruf des Informatikers auch in Zukunft noch stärker gefragt sei, selbstständiges Arbeiten ermögliche (77 Prozent) sowie gute Aufstiegschancen (70 Prozent) und viele offene Stellen biete (67 Prozent). Im Vergleich zu anderen im Rahmen der Studie abgefragten Berufen wie Unternehmer, Arzt, Anwalt und Lehrer ordnen die Jugendlichen jedoch dem Informatiker das Image des Eigenbrödlers zu, der wenig Kontakt zu anderen Menschen hat. Das Ansehen des Informatikers in der Gesellschaft sei nach Meinung der jungen Erwachsenen von allen abgefragten Berufen am niedrigsten. Dieses Image überträgt sich scheinbar auf die gesamte Branche. "Die negativen Imagefaktoren überwiegen offenbar im Entscheidungsprozess pro oder kontra IT-Beruf", erklärt Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer der TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH. "Zudem hat nur eine Minderheit der Befragten eine genaue Vorstellung, was sich hinter den oft kryptischen Berufsbezeichnungen in der ITK-Branche verbirgt. Dies führt dazu, dass sich die meisten Jugendlichen gegen eine Karriere in der IT entscheiden."

Ein weiterer Grund für das mangelnde Interesse an IT-Berufen sind die Einschätzungen der Jugendlichen hinsichtlich der Anforderungen. So halten mehr als drei viertel der Befragten vorhandene Programmierkenntnisse (78 Prozent) für wichtig, um einen IT-Beruf ergreifen zu können. Für 74 Prozent sind gute Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften Einstiegsvoraussetzung, über die Hälfte der Jugendlichen glaubt, ein abgeschlossenes Informatikstudium nachweisen zu müssen. Dazu kommt, dass über 80 Prozent der Befragten der Meinung sind, die Informationstechnologie sei nur etwas für Männer.

Dabei sei die grundsätzliche Affinität der Jugendlichen zur Informationstechnologie sehr hoch, so die Studie. Unabhängig von Geschlecht und Altersgruppe nutzen 94 Prozent einen Computer. Die meisten Befragten haben bereits in der Schule den Computer für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation (86 Prozent) und/oder Internetrecherche (77 Prozent) genutzt. Zwei Drittel der Jugendlichen schreiben oder empfangen täglich oder mehrmals in der Woche E-Mails, jeweils 58 Prozent verwenden den Computer ebenso häufig zum Chatten oder zur Informationsbeschaffung. Fast jeder Zweite nutzt mehrmals in der Woche virtuelle soziale Netzwerke oder Office-Programme.

(11.09.2008 / Quelle: saxxess.com / Computacenter / Bild: Computacenter)

 

 


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