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09.06.2008 - BITKOM warnt: Vorsicht beim Verkauf alter Festplatten

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Festplatte (Ausschnitt)
Ausrangierte Festplatten verkaufen, Leasing- oder Leihgeräte zurückgeben - das sind in vielen Unternehmen und Organisationen alltägliche Vorgänge. So werden in Deutschland allein über eBay nach Angaben von BBE-Retail-Experts jährlich bis zu 500.000 gebrauchte Computer und Festplatten verkauft. Doch vermeintlich gelöschte Daten lassen sich mit spezieller Software oft problemlos rekonstruieren. Daher sollte bei der Vernichtung von Daten besondere Vorsicht gelten. Darauf weist der BITKOM in einem aktualisierten Leitfaden zum sicheren Datenlöschen hin.

"Nur wenige Unternehmen und Privatnutzer sind sich bewusst, dass sie bei Weitergabe von gebrauchten Datenträgern geschäftliche und private Daten kostenlos mitliefern", sagt BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf. "Insbesondere in Unternehmen sind häufig keine genauen Prozesse definiert, wie mit ausrangierten Datenträgern umgegangen werden soll."

Auf der Festplatte werden Daten durch Magnetisierung kleinster Eisenpartikel gespeichert. Nur durch Ummagnitisierung dieser Eisenpartikel können die Daten überhaupt gelöscht werden, etwa durch mehrfaches Überschreiben oder physische Zerstörung. Ein einfaches Formatieren oder Löschen mit dem "Delete-Befehl" reicht nicht aus, da lediglich der örtliche Verweis aus dem Inhaltsverzeichnis des Datenträgers, nicht aber der Datensatz selbst vernichtet wird. Mit anderen Worten: Es wird nur das Inhaltsverzeichnis eines Buches gelöscht, der Text bleibt erhalten. Vermeintlich gelöschte Daten können später mit einer herkömmlichen Datenrettungssoftware wiederhergestellt werden.

Ein BITKOM-Experte für Speichertechnologien hat gebrauchte Festplatten ersteigert und auf wiederherstellbare Altdaten untersucht. Die Analyse zeigte: Nur rund jede vierte Festplatten war vollständig gelöscht. Die übrigen enthielten sensible geschäftliche und private Daten aller Art, so z.B. unternehmensinterne Unterlagen, Zugangsdaten und Kundeninformationen inklusive privater E-Mails und Bilder.

Mittlerweile gebe es für jeden Anwender ein passendes Tool zur sicheren Datenlöschung, so der BITKOM. Hier die wichtigsten Tipps:

1. Auf die richtige Technik setzen
Nutzer sollten gezielt einzelne Daten oder die gesamte Festplatte mit einer speziellen Software löschen. Der Datenträger sollte mindestens dreimal - bei sensiblen Daten mindestens siebenmal - überschrieben werden. Für den privaten Gebrauch reichen oftmals Software-Lösungen, die auch als Freeware kostenlos erhältlich sind.

Hoch sensible und streng geheime Daten sollten durch den Einsatz spezieller Hardware unbrauchbar gemacht werden. Die zuverlässigste Methode ist die physikalische Zerstörung des Datenträgers, z.B. durch Schreddern. Auch bei optischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder Flash-Medien wie USB-Sticks empfiehlt es sich, den Datenträger zu zerstören.

2. Defekte Datenträger löschen
Auch defekte Datenträger sollten vor ihrer Entsorgung zerstört werden. Denn bei ihnen können oft zahlreiche Dateien rekonstruiert werden.

3. "Do it yourself" oder Dienstleister
Prinzipiell kann des Löschen oder Vernichten des Datenträgers selbst vorgenommen werden. Bei größeren Unternehmen bietet sich jedoch schon wegen der Menge anfallender Datenträger der Service von Unternehmen an, die auf das Datenlöschen spezialisiert sind.

4. Datenlöschung dokumentieren
Professionelle Löschsoftware bietet eine Reporting-Funktion. So ist die erfolgreiche Löschung der Daten dokumentierbar und gegenüber Dritten verifizierbar. Zumindest in Unternehmen sollte die Datenlöschung dokumentiert werden. Denn wer die Auflagen bestimmter Auftraggeber erfüllen will, muss seine Handlungen stets nachweisen.

Der Leitfaden des BITKOM erläutert aktuell technische Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode. Er kann hier kostenlos heruntergeladen werden.


Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vertritt mehr als 1.200 Unternehmen, davon über 900 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz. Hierzu zählen Anbieter von Software, IT-Services und Telekommunikationsdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Damit repräsentiert der Verein nach eigenen Angaben ca. 90 Prozent des deutschen ITK-Marktes. Der BITKOM setzt sich insbesondere für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen ein und widmet sich Themen wie Fachkräftenachwuchs, Green-IT, E-Government, E-Health, Urheberrecht, Sicherheit etc.

(09.06.2008 / Quelle: saxxess.com / BITKOM / Bild: saxxess.com)

 

 


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