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23.04.2008 - Infineon will Speicherchip-Tochter Qimonda abstoßen

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Im Zuge der schlechten Ergebnisse des Tochterunternehmens Qimonda hat auch die Infineon Technologies AG im abgelaufenen Quartal hohe Verluste eingefahren. Im zweiten Quartal (Januar bis März) des Geschäftsjahrs 2008 verzeichnete der Infineon-Konzern einen Minus von 1,37 Milliarden Euro. Das geht aus den heute veröffentlichten Unternehmenszahlen hervor. Das Halbleiterunternehmen betonte auch, die Bemühungen, die Tochter Qimonda abzustoßen, weiter intensivieren zu wollen. Nach eigenen Angaben bereite Infineon bereits die Veräußerung der Qimonda-Beteiligung vor. Infineon hatte schon mehrfach angekündigt, den derzeitigen Anteil von 77,5 Prozent spätestens bis zur Hauptversammlung 2009 auf unter 50 Prozent zu reduzieren.

Aus diesem Grund wurden die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten von Qimonda in den zusammengefassten Konzern-Bilanzen zum 31. März 2008 als "zum Verkauf stehende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten" umgegliedert. Der Umsatz von Infineon (ohne Qimonda) lag bei rund 1,05 Milliarden Euro und damit 4 Prozent unter dem Wert des Vorquartals, jedoch 7 Prozent über dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Für das jetzige Quartal erwartet Infineon im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal einen "unveränderten oder leicht rückgängigen Umsatz". Mit dem Verkauf der Festplatten-Aktivitäten an LSI wolle man jedoch einen Gewinn in Höhe von etwa 40 Millionen Euro erzielen, so Infineon.


Die Infineon Technologies AG mit Sitz in Neubibach bei München bietet Halbleiter- und Systemlösungen für Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket sowie für Anwendungen in der Kommunikation. Der Konzern ist an den Börsen in Frankfurt und New York notiert und beschäftigt weltweit rund 43.000 Mitarbeiter (mit Qimonda). Infineon unterhält in Dresden einen Produktionsstandort mit etwa 2.300 Beschäftigten, an dem Logikchips mit komplexer Fertigungstechnologie auf Basis von 200-mm-Siliziumscheiben hergestellt werden.

Die Infineon-Tochter Qimonda AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Speicherprodukten mit einem breiten DRAM-Produktportfolio. Das Unternehmen verfügt insgesamt über rund 13.000 Mitarbeiter, kann auf fünf 300-mm-Fertigungsstätten auf drei Kontinenten zugreifen und betreibt fünf Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, wobei Dresden das unternehmensweit führende Forschungs- und Entwicklungszentrum ist. Am Standort Dresden sind zurzeit etwa 3.400 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen bietet DRAM-Produkte für eine Vielzahl von Anwendungen wie Computing, Infrastruktur, Grafik, Mobil und Consumer.

(23.04.2008 / Quelle: saxxess.com / Infineon Technologies AG / Bild: Infineon Technologies AG)

 

 


4/2008