Studien
09.11.2007 - Deutsche Unternehmen setzen beim Outsourcing von IT vor allem auf inländische Partner

Büroarbeit am Computer
Bei der Auslagerung von IT-Dienstleistungen weist das verarbeitende Gewerbe mit 71 Prozent eine höhere Auslagerungsintensität auf als der Dienstleistungssektor mit 63 Prozent. In der Bank- und Versicherungsbranche sowie in der Chemiebranche lagert mit 83 bzw. 81 Prozent der höchste Anteil an Unternehmen IT-Dienstleistungen aus. Weit unterdurchschnittlich ist hingegen die IT-Auslagerungsdynamik bei den Verkehrsdienstleistern mit 46 Prozent und in der EDV- und Telekommunikationsbranche mit 48 Prozent.
Die IKT-Befragung des ZEW zeigt weiter, dass die Outsourcing-Intensität für einzelne IT-Dienstleistungen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. So lagern gut 49 Prozent der Unternehmen die Installation von Hard- und Software zumindest teilweise aus. Danach folgen Programmierleistungen, die 45 Prozent der Unternehmen an externe Anbieter vergeben. IT-bezogene Beratung und Planung lagern insgesamt 42 Prozent der Unternehmen aus, das Management oder den Betrieb der IT-Infrastruktur 31 Prozent. Die Auslagerung von Rechenkapazität, wie beispielsweise Application Service Providing (ASP), nehmen hingegen nur knapp 14 Prozent der Unternehmen in Anspruch. Durchgängig für alle Bereiche sei zu beobachten, dass die Outsourcing-Intensität bei IT mit der Anzahl der Beschäftigten im Unternehmen zunimmt, so das ZEW.
IT-Dienstleistungen werden relativ selten über die Landesgrenzen hinweg (IT-Offshoring) ausgelagert. Insgesamt lassen lediglich 6 Prozent der Unternehmen der betrachteten Branchen IT-Dienstleistungen in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern erstellen. Dabei dominiert deutlich die Auslagerung in die europäischen Nachbarländer gegenüber der weltweiten Auslagerung.
Der IKT-Sektor, der die IKT-Anbieterbranchen aus dem verarbeitenden Gewerbe und den Dienstleistungsbranchen umfasst, ist beim Bezug von IT-Leistungen aus dem Ausland überdurchschnittlich aktiv. Mehr als 12 Prozent der Unternehmen dieses Sektors beziehen Dienstleistungen aus dem Ausland. Zum Vergleich: Das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor (jeweils ohne die Unternehmen des IKT-Sektors) erreichen Werte von je rund 6 Prozent. "Entgegen der häufig vertretenen Meinung, dass IT-Offshoring weit verbreitet sei, zeigt sich hier, dass die Unternehmen insbesondere aus den IT-Anwenderbranchen beim Bezug ihrer IT-Dienstleistungen auf regionale Nähe setzen", sagt Dr. Irene Bertschek, Leiterin der Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien am ZEW.
(09.11.2007 / Quelle: saxxess.com / Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) / Bild: saxxess.com)




