saxxess.events
13.07.2007 - Breitbandinternet in Sachsen - Informations- und Telekommunikationsbranche trifft sich beim saxxess.event 2007

Matthias Kurth und Christiane Gerboth au dem Poodium beim saxxess.event 2007
Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass Breitbandinternetanschlüsse einen wichtigen Standortfaktor darstellen und für Unternehmen von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Doch gerade die Breitbandversorgung im ländlichen Raum stellt sowohl die Politik als auch die Anbieter vor Herausforderungen. Wie Wolfgang Kopf, Leiter des Zentralbereichs Politische Interessenvertretung & Regulierung der Deutschen Telekom AG, feststellte, sei irgendwann einfach Schluss, an einigen Stellen lohne es sich nicht, die DSL-Versorgung weiter auszubauen. Ähnlich sah dies auch Harald Stöber von Arcor: "Die Physik hat Grenzen im ländlichen Raum." Außerdem müsse man bedenken, dass das gesamte Telekommunikationsnetz lang gewachsen sei und man in Ostdeutschland nicht innerhalb von 10 Jahren alle weißen Flecken füllen könne. Das sei unmöglich, so Stöber.
"Ich baue in erster Linie auf die Kräfte des Marktes", betonte Jurk. Breitband sei mehr als nur DSL und deshalb müsse verstärkt über die Alternativen aufgeklärt werden. Ein Beispiel für alternative Angebote stellte Alexander Lorz von der Bürgerinitiative "DSL für Dresden" vor, die aus "persönlicher Frustration" entstanden ist. Die Deutsche Breitbanddienste GmbH wurde 2006 auf die Initiative aufmerksam und hat seitdem auf Basis der Funktechnologie WiMAX vielen Dresdner Haushalten eine breitbandige Internetanbindung bereitgestellt. Jedoch sei bis heute in den erschlossenen Gebieten keine 100-prozentige Versorgung möglich, so Lorz.
Ähnlich wie Thomas Jurk setzt auch Deutschlands oberster Regulierer Kurth auf Wettbewerb und erwartet, dass der Breitbandmarkt in Zukunft ähnlich breitgefächert sein werde wie der Mobilfunkmarkt heute. Man müsse nicht mit jeder Technologie überall sein. Laut Kurth sollen die Wettbewerber der Telekom unabhängig werden, um mit eigener Infrastruktur den Ausbau mitgestalten zu können. Doch wenn der Wettbewerb an seine Grenzen stößt, ist dann der Staat in der Verpflichtung? Arcor-Chef Harald Stöber jedenfalls meinte, man solle nicht immer gleich Forderungen nach Subventionen stellen. Statt Geld müsse der Staat Rahmenbedingungen vorgeben. So hofft er, dass bald auch Rundfunkfrequenzen für die Breitbandkommunikation bereitgestellt werden.
Nach der Diskussionsrunde hatten die Gäste Gelegenheit, bei sächsischer Küche Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und nicht zuletzt sich zu informieren. Denn erstmals gab es beim saxxess.event eine Begleitausstellung: Im Foyer des Finanzministeriums präsentierten sich 25 Aussteller, darunter Telekommunikationsanbieter, Netzwerke und Organisationen.




